Krankenanstalt, Rotkreuz-Krankenhaus, Rotkreuzklinikum München
Die Geschichte des Krankenhauses an der Nymphenburger Straße
1872 nahmen die ersten Münchner Rotkreuzschwestern in angemieteten Räumen in der Salavatorstraße ihre pflegerische Arbeit auf. Nur wenige Jahre später erwarb man ein größeres Haus in der Schwabinger Türkenstraße - doch auch diese Räume wurden bald zu klein für die wachsende Anzahl von Patienten. 1887 unterzeichnete die Schwesternschaft den Kaufvertrag für den Bauplatz an der Nymphenburger Straße, den endgültigen Standort des Krankenhauses.
Am 24. Mai 1892 wurde nach nur zwei Jahren Bauzeit und der Bausumme von rund 1.120.000 Mark das als Belegarztklinik geführte Krankenhaus feierlich eröffnet. Die ersten Jahre waren hart, die Münchner Ärzte und Patienten scheuen den "weiten" Weg nach Neuhausen.
1905 wurde das Krankenhaus um den so genannten Winthir- oder Fürstenflügel erweitert und die Zahl der Betten auf 235 gesteigert.
Von 1914 - 1918 diente ein Teil des Hauses im ersten Weltkrieg als Reservelazarett, über 300 Schwestern und Hilfsschwestern leisteten ihren Dienst in insgesamt 32 Lazaretten mit über 6.000 Betten.
Die Zeit der Inflation zwischen den zwei Weltkriegen brachte das Rotkreuz-Krankenhaus in große wirtschaftliche Bedrängnis; es drohte, geschlossen oder verkauft zu werden. Durch große persönliche Opfer der Schwestern konnte diese Krise abgewendet werden.
In der Nacht des 7. Januars 1945, wenige Monate vor Kriegsende, zerstörten mehrere Brand- und Sprengbomben das Krankenhaus und alle Gebäude der Schwesternschaft bis auf die Grundmauern. Doch schon bald wurden in den Trümmern unter primitivsten Bedingungen wieder bis zu 40 Patienten versorgt. Operiert wurde im vom Bombenschutt frei gelegten Keller.
Bereits Ende 1945 begann der Wiederaufbau. 1951 wurde der erste Bauabschnitt mit 100 Krankenbetten, provisorischen Operationssälen, einem Labor, der Küche mit Schwesternspeisesaal und der Krankenhauskapelle fertig gestellt.
Bis 1965 kamen Stück für Stück immer neue Bauabschnitte dazu. Bei der Gesamtfertigstellung umfasste das Rotkreuz-Krankenhaus 500 Krankenbetten und 70 Betten für Neugeborene. Die Bettenzahl wurde in späteren Jahren wegen Modernisierungsmaßnahmen reduziert.
1993 begann die Gesamtsanierung des Rotkreuz-Krankenhauses in mehreren Bauabschnitten, die im August 2008 abgeschlossen wurde. Die Gesamtsanierung kostete rund 89 Mio. Euro.
1997 konnte der erste Bauabschnitt mit vier neuen Stationen, der Physikalischen Therapie und der Technik- und Materialwirtschaftabteilung eingeweiht werden.
Im Oktober 2000 eröffnete die Abteilung für Geriatrische Rehabilitation, eine Klinik an der Klinik, speziell für die nachstationäre Rehabilitation von älteren Menschen.
2003 eröffnete die Interdisziplinäre Aufnahmestation (IDA), auf der die unterschiedlichen medizinischen Fachbereiche Hand in Hand zur schnellen und sicheren Diagnosestellung zusammen arbeiten. Parallel dazu erhielt das Rotkreuzklinikum einen neuen behindertengerechten Zugang und kundenorientierten Empfangsbereich.
Im April 2004 wurde der hochmoderne Funktionstrakt mit Diagnostikbereich, Schnittbildzentrum und zentraler Operationsabteilung sowie Tiefgaragenplätzen in Betrieb genommen.
2005 überführte die Schwesternschaft das Rotkreuz-Krankenhaus zusammen mit der Frauenklinik vom Roten Kreuz in der Taxisstraße in die Rechtsform einer gemeinnützigen Klinikgesellschaft, die BRK-Schwsternschaft Gesundheitszentrum München gGmbH.
Seit August 2006 wird der Winthirflügel abgerissen, um einem Neubau mit drei Krankenstationen im 2. bis 4. OG und einer modernen Nothilfe und Intensivpflege Platz zu machen.
Im Dezember 2006 wurden das Rotkreuz-Krankenhaus und die Frauenklinik zum Rotkreuzklinikum München zusammengeschlossen, die Trägergesellschaft in Rotkreuzklinikum München gGmbH umbenannt. Gleichzeitig wurde die Versorgungsstufe angehoben: Das Klinikum ist ab sofort ein Haus der Schwerpunktversorgung.